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Groß Rietz

Groß Rietz – Barockschloss

Schloss Groß Rietz wurde in den Jahren zwischen 1693 und 1700 nach Plänen von Cornelis Ryckwaert für Hans Georg von der Marwitz (1700−1768), Hofmarschall unter Friedrich I., erbaut. Bauherr war Johann Georg von der Marwitz (1642−1704). 1790 kaufte der preußische Staatsminister Johann Christoph von Wöllner (1732−1800) Groß Rietz. Er heiratete später Charlotte Amalie Elisabeth von Itzenplitz (1742−1801). Der auch für die königlichen Gärten zuständige Beamte beschäftigte sich intensiv mit Landwirtschaft. Er legte Obstbaum- und Maulbeerpflanzungen an, errichtete neue Wirtschaftsgebäude und ließ einen heute noch sichtbaren quadratischen Karpfenteich zwischen Groß und Klein Rietz anlegen. Nach dessen Tod übernahm 1801 Landrat Peter Friedrich Ludwig von Itzenplitz (1769−1834) das Gut. Er hatte mit seiner Frau England und Flandern bereist, sich von der dortigen Gartenbaukunst inspirieren lassen und gestaltete den Schlosspark um. Nachfolgende Besitzerin wurde Charlotte Amalie von Itzenplitz (1795−1845), die Groß Rietz 1828 von ihrem Vater erhielt und mit dem Kammergerichts- und Geheimen Justizrat Adam Ludwig von Dziembowski verheiratet war. 1846 trat die vierzehnjährige Tochter Friederike Henriette Marianne Auguste von Dziembowska (1832−1861) die Erbfolge über das Gut an und vererbte es 1861 an ihre Cousine Marie Charlotte Louise von der Marwitz (geborene von Itzenplitz). Diese ließ die Anwesen in den darauf folgenden Jahren hauptsächlich durch Pächter bewirtschaften. 1895 übernahm es deren Sohn, der gärtnerische Umgestaltungen durch den Gutsgärtner August Mattern im südlichen Parkteil durchführen ließ. Er legte einen Rosengarten mit Brunnen, einen Seerosenteich sowie einen Tennisplatz an und stattete den Park mit Statuen aus. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden im Zuge der Bodenreform die Güter enteignet. Im Schlossgebäude wurden ein Kindergarten und Wohnungen für Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten untergebracht. Der Park wurde unmittelbar vor der gartenseitigen Treppenanlage parzelliert und für Kleingärten zur Verfügung gestellt. Später kamen auf dem Gelände ein Festplatz und eine Freilichtbühne hinzu.

1990, nach dem Ende der DDR, übernahm die heutige Eigentümerin, die Brandenburgische Schlösser GmbH, das Anwesen. Der Park wurde entwildert und teilweise wiederhergestellt, Gehölze wurden nachgepflanzt und die Begrenzungsmauern saniert. Schlosspark als auch der Schloßhof wurden entsprechend dem Zustand um 1850 instand gesetzt. Im März 2012 wurde die jahrelange Gebäudesanierung beendet. Die Nutzfläche beträgt etwa 1.100 Quadratmeter.

Architektur

Das ursprüngliche Ensemble von Schloss, Park, Wirtschaftsgebäuden, Kirche und Friedhof ist noch vorhanden. Das symmetrisch errichtete zweigeschossige Gebäude unter einem Walmdach zeigt eine mit kräftigen Pilastern gegliederte rosafarbene Fassade und hat seit seiner Errichtung kaum Veränderungen erfahren. Die Pilaster krönen ionische Kapitelle. Dreiachsige Eingangsrisalite prägen die Haupt- und Schaufront. Oberhalb der Dachtraufe befindet sich ein eingeschossiges Zwerchhaus. Die Qualität des eleganten neunachsigen Profanbaus ist mit dem Zeughaus Berlin vergleichbar. Das Innere des Schlosses beherbergt eine dreiarmige, aus Eichenholz gefertigte, zweiläufige Kehrpodesttreppe mit schweren Balustern und zwei Gartensäle mit einzigartigen, frei modellierten Stuckdecken.

Der als Schneckenberg bezeichnete und heute auf einem privaten Grundstück liegende Eiskeller ist mit einem aus behauenen Feldsteinen gemauerten neugotischen Portal versehen. Sein Bau geht auf die Zeit Wöllners zurück.

Garten

Der anliegende barocke Schlossgarten wurde vermutlich 1702 vollendet. Gartenbaupläne und das ursprüngliche Aussehen sind nicht bekannt. Unter Carl Wilhelm von der Marwitz (1737−1811) erfolgten gärtnerische Umgestaltungen. Von der 1778 aufgestellten Minerva-Statue ist der Sockel noch vorhanden. Den Eingang zum Park säumen zwei noch vorhandene schlanke und reich mit Blumenmotiven dekorierte Sandsteinobelisken. Zwischen ihnen befindet sich ein schmiedeeisernes Tor (installiert ca. 1880). In Gartenbauplänen aus den Jahren 1819, 1825 und 1828 sind Parkgestaltungen erkennbar, die Ausblicke über die umgebende Landschaft, das angrenzende Dorf und die Wirtschaftsgebäude ermöglichen.

Gemeinde Rietz-Neuendorf

Furstenwalder Strase 1

15848 Rietz-Neuendorf

T. 033672 6080 |

www.rietz-neuendorf.de

Sauen ist der

Gewinner des

Wettbewerbs

»Schönstes Dorf 2016

Barockes Schloss Groß Rietz